4. Tagebucheintrag

Liebes Tagebuch,
Nach meinem letzten Fauxpas, habe ich endlich wieder etwas Ruhe gefunden. Felix hat es nicht mehr ausgehalten und ist auf die Terrasse gegangen. Das alles war für mich gar nicht so leicht, denn Uschi provozierte mich einfach ununterbrochen. Unglaublich, ich dachte wir sind eine Familie, doch benehmen sich Mitglieder in Zeiten wie diesen so unangemessen? Sie fragte mich ernsthaft ob es einen Sinn hätte, dass ich Adolf Hitler bin! Ich versuchte noch irgendwie darauf einzugehen.
Doch sie lachte mich wirklich aus! Ist das zu glauben?
Das musste ich mir nicht geben, also verschwand ich ebenso wie Felix auf die Terrasse.
Felix stand dort und rauchte. Ich hatte nie wirklich etwas übrig für Zigaretten, doch in diesem Moment dachte ich mir : besser spät als nie. Also nahm ich Felix die Zigarette ab und nahm einen Zug. Wir sprachen uns das erste Mal an diesem Abend aus. Über dieses wahnsinnige Experiment mit dem klonen... alles was uns so belastet hatte. Doch Felix... er hatte die abstruse Idee, Theo einfach den Garaus zu machen. Ich fand es jedoch nicht so abwegig. Das Problem war nur: entweder alle oder keiner. Wir entschlossen uns, Uschi die Wahl zu lassen : tot oder töten und ich fasste den Entschluss meinem Leben danach auch ein Ende zu setzen...denn wozu sollte ich noch leben? Was hatte es für einen Sinn? Sollte irgendwer davon erfahren, welche DNA ich in mir trage, wird es ein sehr langer Prozess, indem ich Schmerz, Hass und Verachtung spüren würde...
Nach unserer Absprache gingen wir zurück ins Esszimmer.

...Die Lage spitzt sich zu, liebes Tagebuch. Ich verliere meine Ruhe wieder. Ich dachte ich wäre schon aufgebracht genug, doch ich könnte wirklich ausrasten! Ich konfrontierte Theo damit, dass er uns gegenüber ein schlechter Vater war, jedoch, alles was wir zu hören kriegen, sind Ausreden!!! Mir reichte es. Uschi drehte völlig durch und beleidigte mich schon wieder! ...Ich sehe die Verachtung und die Abscheu in ihren Augen und finde es traurig... traurig, dass sie ihren eigenen Bruder von jetzt auf gleich so hassen kann...
Aus Wut über ihre Abneigung und abwertenden Worte, schlug ich ihr ins Gesicht. Es war ein Reflex... ein Reflex, den jeder in diesem Moment gehabt hätte. Denn auch wenn sie meine Schwester ist... NIEMAND NENNT MICH HITLER!!!



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